Sven Kroll: Der WDR-Moderator, der Nordrhein-Westfalen zum Lächeln bringt
Sven Kroll gehört zu den bekanntesten Gesichtern des Nachmittagsfernsehens in Nordrhein-Westfalen. Als langjähriger Moderator beim WDR hat er sich einen Namen gemacht, weil er Menschen echtes Interesse entgegenbringt und ihre Geschichten in den Mittelpunkt stellt, statt auf oberflächliche Unterhaltung zu setzen. Wer regelmäßig westdeutsches Regionalfernsehen schaut, kennt seinen Namen vor allem durch Formate, die Journalismus mit emotionalem Storytelling verbinden. Im Folgenden geht es darum, wer Sven Kroll ist, wie sich seine Karriere entwickelt hat, welche Sendungen ihn bekannt gemacht haben und warum sein Moderationsstil beim Publikum so gut ankommt.
Wer ist Sven Kroll?
Sven Kroll ist ein deutscher Fernsehmoderator und Redakteur, geboren am 14. Dezember 1983 in Ahlen, einer Stadt in Nordrhein-Westfalen. Den größten Teil seiner beruflichen Laufbahn hat er im öffentlich-rechtlichen Rundfunk verbracht, vor allem beim WDR. Dort ist er bekannt als einer der Moderatoren der täglichen Nachmittagssendung „Hier und heute“ sowie als Entwickler und Gesicht der Sendung „Der geschenkte Tag“.
Anders als viele Fernsehpersönlichkeiten, die durch Skandale oder soziale Medien bekannt werden, beruht Krolls Bekanntheit fast ausschließlich auf seiner Arbeit vor der Kamera. Er steht für Menschen im Mittelpunkt, für regionale Berichterstattung und für einen Moderationsstil, der eher zuhört als sich selbst in den Vordergrund stellt. Genau das hat ihn zu einer vertrauten und geschätzten Figur für das treue Publikum des Regionalfernsehens gemacht, auch wenn er außerhalb der Fernsehwelt eher zurückhaltend auftritt.
Kindheit, Schulzeit und Ausbildung
Krolls Interesse an Medien begann lange bevor er zum ersten Mal vor der Kamera stand. Schon während seiner Schulzeit arbeitete er für den Hellweger Anzeiger, eine lokale Tageszeitung, sowie für Antenne Unna, einen Regionalsender im Kreis Unna. Diese frühe Erfahrung mit Print und Radio legte den Grundstein für seine spätere journalistische Arbeit.
Nach dem Abitur studierte Kroll Germanistik und Erziehungswissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum. Dieser sprachlich geprägte akademische Hintergrund wird häufig als Basis für seine spätere Tätigkeit als Reporter und Moderator genannt, denn klare und verständliche Kommunikation ist in diesem Beruf entscheidend.
Im Anschluss an sein Studium absolvierte Kroll ein Volontariat beim privaten Sender Sat.1. Diese strukturierte journalistische Ausbildung ist in Deutschland ein klassischer Einstieg ins Fernsehen und gab ihm erste echte Erfahrungen in einer professionellen Redaktion.
Erste Schritte im lokalen Fernsehen
Krolls Karriere entwickelte sich Schritt für Schritt, nicht durch einen einzelnen großen Durchbruch. Ab 2005 arbeitete er als Reporter für das Regionalmagazin „17:30 Sat.1“ und sammelte dort Erfahrung in der Feldberichterstattung sowie im kurzen Fernsehformat. Diese Zeit half ihm, die journalistischen Fähigkeiten weiterzuentwickeln, die er schon als Schüler begonnen hatte.
2007 wechselte er zum privaten Regionalsender wm.tv, wo er nicht nur vor der Kamera stand, sondern auch redaktionelle Verantwortung übernahm. Als sogenannter „Chef vom Dienst“ war er für die tägliche Sendungsplanung mitverantwortlich und half zugleich, neue Formate zu entwickeln. Diese Doppelrolle aus Moderation und Formatentwicklung sollte sich später als roter Faden durch seine gesamte Karriere ziehen.
Ein Jahr später, 2008, wechselte Kroll zum WDR, dem öffentlich-rechtlichen Sender für Nordrhein-Westfalen, dem er bis heute treu geblieben ist. In den ersten Jahren dort arbeitete er als Reporter und Moderator für mehrere Regionalformate, darunter „Lokalzeit aus Dortmund“, „WDR aktuell“, „Aktuelle Stunde“ und „Extraschicht“, wodurch er breite Erfahrung in Nachrichten, Kultur und Alltagsthemen sammelte.
Der Durchbruch beim WDR
Der Wechsel zum WDR war der eigentliche Wendepunkt in Krolls Karriere. Statt in einer festen Reporterrolle zu bleiben, entwickelte er sich stetig weiter, sowohl redaktionell als auch als Moderator. 2009 übernahm er als Redakteur die Betreuung von „Lokalzeit NRW“, der landesweiten Ausgabe des Regionalmagazins. Diese Aufgabe rückte ihn näher an die Programmplanung und die inhaltlichen Entscheidungen heran, statt nur vor der Kamera zu stehen.
Diese Phase machte deutlich, dass Kroll sich sowohl im klassischen Journalismus als auch in der Moderation zu Hause fühlt, ebenso wie in lokaler und landesweiter Berichterstattung. Damit war er gut vorbereitet für die persönlicheren, konzeptgetriebenen Formate, die er später entwickeln sollte, bei denen Emotionen und echtes Zuhören eine ebenso große Rolle spielen wie reine Fakten.
Der geschenkte Tag: Ein prägendes Format
Seit 2012 ist Kroll eng mit der Sendung „Der geschenkte Tag“ verbunden, die er mitentwickelt hat und bis heute moderiert. Das Konzept dreht sich darum, Menschen einen bedeutungsvollen Herzenswunsch zu erfüllen, oft eingebettet in persönliche Lebensgeschichten, wichtige Lebensabschnitte oder lang gehegte Träume, die die Teilnehmer sonst nie hätten erleben können.
Dieses Format hebt sich im deutschen Nachmittagsfernsehen ab, weil es auf emotionaler Verbindung basiert und nicht auf Wettbewerb oder Effekthascherei. Krolls Rolle geht über die reine Moderation hinaus, da er als einer der Entwickler direkten Einfluss darauf hatte, wie diese Geschichten für ein breites Publikum erzählt werden. Die Sendung wurde inzwischen erweitert, unter anderem durch das seit 2026 laufende kürzere Format „Der geschenkte Tag – to go“.
Moderation von Hier und heute
Im Mai 2018 wurde Kroll einer der Moderatoren von „Hier und heute“, dem täglichen Nachmittagsmagazin des WDR. Er teilt sich die Moderation im wöchentlichen Wechsel mit Kollegen und präsentiert Live-Sendungen, die fast zwei Stunden am Stück dauern können, ein anspruchsvolles Format, das schnelles Denken, Flexibilität und Ruhe vor der Kamera erfordert.
„Hier und heute“ deckt eine breite Themenmischung ab, vom Alltag in Nordrhein-Westfalen bis zu interaktiven Zuschauersegmenten, eingesendeten Rezepten und Lieblingsorten aus der Region. Kroll hat mehrfach betont, dass ihn besonders die enge Verbindung zum Publikum reizt, vor allem die Rubriken, die zur direkten Beteiligung der Zuschauer einladen, statt nur einseitig zu senden.
Eine live laufende Nachmittagssendung dieser Länge zu moderieren, gehört zu den anspruchsvollsten Aufgaben im Regionalfernsehen, da Studiogäste, vorproduzierte Beiträge und aktuelle Regionalnachrichten in einer einzigen Sendung zusammenlaufen müssen. Dass Kroll seit 2018 durchgehend Teil dieses Teams ist, zeigt sowohl das Vertrauen des Publikums als auch seine Fähigkeit, dieses Format zuverlässig zu meistern.
Zusammenarbeit mit anderen Sendern
Ab 2022 erweiterte sich Krolls Arbeit über den WDR hinaus, unter anderem durch Kooperationen mit NDR, SWR und SR. Eine solche senderübergreifende Zusammenarbeit ist innerhalb der ARD durchaus üblich und erlaubt es, Formate, die in einer Region entwickelt wurden, auch in anderen Teilen Deutschlands zu zeigen.
Zu den bekanntesten Beispielen zählt „Was kostet…?“, ein verbraucherorientiertes Format, das zwischen 2022 und 2025 bei mehreren Sendern lief, sowie „Sommerfrische“, ein Magazinformat, das 2024 bei SWR, SR und WDR ausgestrahlt wurde. Außerdem moderierte er 2022 „Mann ist verliebt“, das sowohl über die ARD Mediathek als auch im WDR Fernsehen zu sehen war.
Diese Erweiterung zeigt, dass Krolls Ruf inzwischen so gefestigt ist, dass ihm auch Formate außerhalb seines Heimatsenders anvertraut werden, während er gleichzeitig seine langjährigen Sendungen beim WDR fortführt.
Moderationsstil und Wahrnehmung beim Publikum
Zuschauer und Branchenbeobachter beschreiben Krolls Moderationsstil immer wieder als nahbar statt aufgesetzt. Er lässt seinen Gesprächspartnern und den Teilnehmern seiner Sendungen bewusst den emotionalen Raum, statt sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen. Dieser Stil passt besonders gut zu Formaten wie „Der geschenkte Tag“, in denen die Geschichten der Teilnehmer im Zentrum stehen sollen.
Dieser Ruf für Authentizität hat vermutlich auch zu seiner langen Verweildauer beim WDR beigetragen. Zuschauer im Nachmittags- und Regionalfernsehen schätzen häufig Verlässlichkeit und Vertrautheit mehr als kurzfristige Aufmerksamkeit. Krolls stetige Präsenz über mehr als ein Jahrzehnt hinweg spiegelt genau diese Verlässlichkeit wider, aufgebaut durch kontinuierliche Arbeit vor und hinter der Kamera statt durch kurzfristige Aufmerksamkeitsmomente.
Privatleben und Zurückhaltung in der Öffentlichkeit
Im Vergleich zu vielen anderen Fernsehpersönlichkeiten hält sich Kroll außerhalb seiner Sendungen auffällig zurück. Er ist in sozialen Medien kaum präsent und spricht in Interviews selten über private Themen, eine bewusste Entscheidung, die angesichts seiner ohnehin großen Präsenz vor der Kamera nachvollziehbar erscheint.
Eine bemerkenswerte Ausnahme war sein Auftritt in der WDR-Talkshow „Kölner Treff“, in der Kroll offen über Schuldgefühle und Distanz im Verhältnis zu seiner eigenen Familie sprach und damit einen seltenen, persönlichen Einblick gewährte. Darüber hinaus gibt es kaum gesicherte Informationen zu seinem Privatleben, was zu seiner grundsätzlichen Haltung passt, berufliche Öffentlichkeit klar von privaten Angelegenheiten zu trennen.
Fazit
Sven Kroll steht für einen Karriereweg, der im deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehen nicht selbstverständlich ist: kontinuierlicher Aufbau statt plötzlicher Berühmtheit. Von der Lokalzeitung als Schüler bis zur Moderation einer der wichtigsten Nachmittagssendungen des WDR zeigt sein Weg, wie sehr Regionalsender Moderatoren schätzen, die journalistisches Handwerk mit echter menschlicher Wärme verbinden.
Seine anhaltende Mitwirkung an der Entwicklung von Formaten wie „Der geschenkte Tag“ sowie seine Rolle bei „Hier und heute“ machen deutlich, dass er weit mehr ist als jemand, der einen Text vorliest. Für alle, die sich dafür interessieren, wie regionales deutsches Fernsehen langfristiges Vertrauen beim Publikum aufbaut, liefert Sven Kroll ein anschauliches Beispiel für Beständigkeit, Formatentwicklung und einen Moderationsstil, der den Menschen in den Mittelpunkt stellt.